Informationsabend zur Vollsperrung der Geiselbachstrasse

Wohin rollt der Verkehr ab Ende März? (Bildquelle: www.pixabay.de)
Wohin rollt der Verkehr ab Ende März? (Bildquelle: www.pixabay.de)

Das Bürgerhaus RSKN platzte aus allen Nähten, als die Verwaltung Ihre Pläne zur anstehenden Sperrung der Geiselbachstraße vorstellte.

 

Ein Höhepunkt des Abends, war neben den allgemeinen Informationen, auch die Vorstellung der Ergebnisse der Mobilitätsumfrage, welche im Dezember durch den Bürgerausschuss RSKN durchgeführt wurde. Im letzten Monat des Jahres 2019 ging eine Onlineumfrage live, in welcher alle Bewohner von RSKN zu ihrem Mobilitätsverhalten befragt wurden.

 

„Uns geht es nicht ums belehren und wir wollen auch nicht den Zeigefinger heben, sondern lediglich ganz sachlich alle Fakten sammeln, um hier entsprechende Schlussfolgerungen ziehen zu können und um Alternativen anzubieten!“ – so die Vorsitzende des Arbeitskreises Verkehr vom BA RSKN Susanne Rommel.

 

Unter dieser Prämisse wurde ein Fragenkatalog entworfen, welcher möglichst umfassend die Daten abfragt, ohne dass der Teilnehmer hier viel Zeit investieren muss.

 

In Form einer Onlineumfrage wurde dieser Fragenkatalog zum Adventsmarkt in RSKN freigeschaltet und innerhalb von 30 Tagen hatten die Bürger die Möglichkeit, an dieser teilzunehmen. Über verschiedenste Kanäle wurde die Umfrage beworben und obwohl es sich hier ausschließlich um eine freiwillige Teilnahme handelte, ohne irgendwelche Gewinne, war die Resonanz riesengroß.

 

Insgesamt über 1250 Teilnehmer zwischen 13 und 89 haben teilgenommen, was einem Anteil von ca. 13% aller Einwohner von RSKN entspricht. Meist liegen die Teilnehmerquoten solcher Umfragen wesentlich darunter, was zeigt, dass dieses Thema doch von sehr großem Interesse ist.

 

Die Ergebnisse im Einzelnen sind teils nicht wirklich überraschend. So verwundert es keinen, dass das derzeit meistgenutzte Verkehrsmittel das Auto ist. Ca. 70% der Bewohner von RSKN bewältigen ihren täglichen Arbeitsweg mit dem Auto. 

 

361 von 1250 Befragungsteilnehmern fahren täglich in das Stadtgebiet Esslingen mit dem Auto. „Diese 361 Autofahrer sind potentielle Kandidaten für alternative Verkehrsmittel“ so Patrick Störmer vom BA RSKN, der an dem Abend die Ergebnisse zusammen mit Dr. Rolf Storr vorstellte.

 

Knapp 30% dieser 361 Autofahrer wären bereit, auf Alternativen umzusteigen. „Das bedeutet, dass fast jeder 3. auf sein Auto für den täglichen Arbeitsweg verzichten würde!“ schlussfolgerte Dr. Rolf Storr und diese Zahl war doch für viele sehr überraschend.

  

Auch die anderen primären Zielgebiete wie Stuttgart und Ostfildern zeigen ähnliche Zahlen laut der

Umfrage. So würden ca. 28% der Autofahrer Alternativen nutzen mit dem Zielgebiet Stuttgart und 

immerhin noch ca. 20% mit dem Zielgebiet Ostfildern.

 

Als Alternativen wurde zum größten Teil das Fahrrad angegeben, gleichauf mit der Kombination zu

Fuß & Bus/Bahn.

  

Die Umfrage hat aber nicht nur nach der Bereitschaft für Alternativen abgefragt, sondern auch um potentielle Vorschläge gebeten, damit diese Bereitschaft nicht nur ein Lippenbekenntnis bleibt, sondern auch realisiert wird.

 

Hier wurden fehlende bzw. nicht durchgängige Radwege, unsichere und schlecht ausgebaute Fußwege, eine schlechte Taktung bzw. ein unzulänglich abgestimmter ÖPNV als häufigste Gründe genannt.

 

„Sicher wäre ein durchgängiger Radweg nach Stuttgart bzw. nach Ostfildern ein nachhaltiges Mittel, um den Bürgern eine Alternative zum Auto zu bieten.“ so Anja Heller-Kemp vom BA RSKN.

 

Natürlich sind dies sinnvolle Ziele, aber für die Sperrung der Geiselbachstraße müssen auch kurzfristige Lösungen in Betracht kommen. So sollte während der Bauzeit immer ein sicherer und durchgängiger Radweg und Fußweg verfügbar sein. Die geplante Taktverkürzung für die Buslinie 111 ist sicher auch ein wichtiger und richtiger Schritt, dem Kollaps entgegenzusteuern.

 

Neben den allgemein bekannten mobilen Alternativen sind aber erneut auch weitaus nicht so nah liegende Alternativen aufgeführt worden. So kam erneut das Thema einer Gondel ins Gespräch. „Wieso nicht, vielleicht wäre es wirklich eine Alternative um vom Berg zu kommen, vorbei bzw. über allen Staus hinweg? Wieso nicht der neu geplanten Mobilstation auf dem ZOB die Krone aufsetzen und dort die „Talstation“ auf dem Dach des Gebäudes einrichten. Das wäre innovativ und nachhaltig.“ so Patrick Störmer abschließend. Eine Alternative, die es lohnt genauer zu betrachten!

 

In welcher Form die Verwaltung hier auf die Vorschläge eingeht, ist offen. Zumindest besteht ein Interesse an den Ergebnissen dieser Umfrage, wie der 2. Bürgermeister der Stadt, Herr Walbrecht an dem Abend betonte.

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